Routing

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Die wichtigsten Befehle zum Merken

  • ip route get ADRESSE — Linux nach einer Routenentscheidung fragen.
  • ip rule show — Richtlinien für die Tabellenauswahl untersuchen.

Befehle und Optionen

Befehl oder Argument Bedeutung
ip -4 rule show IPv4-Policy-Regeln in Prioritätsreihenfolge anzeigen.
ip -4 route show table main Die IPv4-Hauptroutingtabelle anzeigen.
ip -4 route get 192.0.2.1 Eine Route für eine Dokumentationsadresse lokal auflösen, ohne Paketversand.

-4 wählt IPv4. Das Beispiel ändert keine Route.

Die entscheidenden Konzepte

1. Eine Route wählt den nächsten Schritt

Routing entscheidet, wohin ein Paket als Nächstes geht. Eine Route verbindet ein Zielpräfix mit einer ausgehenden Schnittstelle und gegebenenfalls einem Gateway. Ein Router wiederholt diese Entscheidung für weitergeleiteten Verkehr und muss nicht jeden späteren Hop kennen.

Eine direkt verbundene Route führt normalerweise zum Ziel auf dem lokalen Link. Eine Gateway-Route führt zu einem weiteren Router. Lokale Zustellung an diese Maschine ist ein eigener Fall, keine Weiterleitung zu einem entfernten Host.

2. Spezifischere Präfixe schlagen allgemeinere

Bei einer gewöhnlichen Tabellenabfrage wird das längste passende Präfix bevorzugt. Eine Route für 192.0.2.0/24 ist spezifischer als eine Standardroute für alle IPv4-Adressen.

Metriken unterscheiden ansonsten vergleichbare Routen. Eine kleinere Metrik lässt eine Standardroute nicht gegen ein spezifischeres Zielpräfix gewinnen. Die Standardroute ist ein Rückfallweg, keine Garantie, dass ihr Gateway jedes Ziel erreicht.

3. Richtlinien können andere Tabellen auswählen

Linux kann mehrere Routingtabellen besitzen. Policy-Regeln wählen die Tabelle anhand von Kriterien wie Quelladresse, Paketmarkierung oder Eingangsschnittstelle. Regelpriorität und Präfixspezifität sind getrennte Entscheidungen.

Deshalb kann ein Blick nur in die Haupttabelle den Weg eines VPNs oder speziell geregelten Workloads übersehen. Eine Abfrage ohne echte Quelladresse oder Markierung beschreibt den angegebenen Kontext, nicht jedes denkbare Paket zum Ziel.

4. Die Antwort braucht einen eigenen funktionierenden Weg

Anfrage und Antwort werden unabhängig geroutet. Ein korrekter Hinweg kann mit einem fehlenden Rückweg zusammenfallen. Asymmetrisches Routing ist möglich und kann mit zustandsbehafteten Firewalls oder Rückwegprüfungen zusammenwirken.

Routing unterscheidet sich auch von der Weiterleitungserlaubnis. Schnittstelle und Route können bereit sein, während Forwarding deaktiviert ist oder Filter blockieren. Die Entscheidung ist ein Hinweis; Nachbarauflösung und Anwendungsverhalten bleiben getrennte Fragen.

Ein kleines Beispiel

Optional: Führe die Befehle in einem Linux-Terminal aus. Administratorrechte und externer Verkehr sind nicht erforderlich.

ip -4 rule show
ip -4 route show table main
ip -4 route get 192.0.2.1

Lies zuerst die Regelprioritäten: Kleinere Zahlen werden früher geprüft. Häufig werden local, main und default abgefragt; deine Konfiguration kann abweichen. Eine Regel ist noch keine Zielroute.

Vergleiche in main Präfixe, via-Gateways, dev-Schnittstellen und Metriken. Die letzte Abfrage zeigt die Auswahl samt passender src. Ein angezeigtes cache bezeichnet das aufgelöste Ergebnis, keine gespeicherten Nutzdaten.

Lokale, unerreichbare oder richtlinienabhängige Ergebnisse können korrekt sein. Eine erfolgreiche Abfrage beweist nicht, dass das Dokumentationsziel existiert. Es wurde nichts verändert; Aufräumen ist nicht erforderlich.

Merke dir: Richtlinien wählen den Routingkontext, passende Routen den nächsten Hop. Antworten brauchen ihre eigene Route.