MTU und MSS
Die wichtigsten Befehle zum Merken
ip link show— konfigurierte Schnittstellen-MTUs untersuchen.ss -tin state established— Größenwerte vorhandener TCP-Verbindungen prüfen.
Befehle und Optionen
| Befehl oder Option | Bedeutung |
|---|---|
ip link show |
Link-Konfiguration mit mtu in Bytes anzeigen. |
ss -tin state established |
TCP (-t), interne Details (-i), numerische Endpunkte (-n) und aufgebauten Zustand wählen. |
Die Befehle lesen vorhandene Links und Sockets, ohne Größenlimits zu ändern.
Die entscheidenden Konzepte
1. MTU begrenzt das Paket auf einem Link
Die Maximum Transmission Unit (MTU) begrenzt das auf einem Link transportierte Netzwerkschichtpaket. Bei einer üblichen Ethernet-MTU von 1500 umfassen diese Bytes IP-Header und Nutzlast, nicht den Ethernet-Header.
MTU ist eine Größe, keine Geschwindigkeit oder Bandbreite. Ein größerer Wert kann bei passendem Verkehr den Aufwand pro Byte reduzieren. Der relevante Pfad muss die Pakete aber unterstützen.
2. Der kleinste nutzbare Link begrenzt den Pfad
Die Pfad-MTU ist die größte Paketgröße, die den aktuellen Pfad ohne IP-Fragmentierung durchlaufen kann. Tunnel ergänzen äußere Header und verringern damit den Platz für innere Pakete, auch bei unveränderten physischen MTUs.
Klassische Erkennung verwendet Rückmeldungen: IPv4 meldet bei gesetztem Don’t Fragment nötige Fragmentierung. IPv6-Router melden Packet Too Big, statt weitergeleitete Pakete zu fragmentieren. Der Pfad kann wechseln; die nutzbare Größe ist nicht dauerhaft fest.
3. MSS betrifft TCP-Nutzdaten, nicht das gesamte Paket
TCPs Maximum Segment Size (MSS) gibt an, wie viele TCP-Daten ein Peer pro Segment empfangen möchte. Beide Seiten teilen beim Aufbau ihre eigene Empfangs-MSS mit. Der Sender berücksichtigt zusätzlich Pfadgrenzen.
Bei MTU 1500 ohne Zusatzheader lassen 20 Bytes IPv4- und 20 Bytes TCP-Header 1460 Datenbytes übrig. Der IPv6-Basisheader braucht 40 Bytes, sodass 1440 bleiben. Das sind erklärende Rechnungen, keine universellen Einstellungen. Optionen und Kapselung beeinflussen den Platz.
4. Ein kleiner erfolgreicher Austausch kann Größenprobleme verbergen
Handshake oder kleine Anfrage können passen, während spätere Datenpakete die Pfadgröße überschreiten. Gehen nötige Rückmeldungen verloren und passt sich der Sender nicht an, kann die Übertragung stocken. Packetization-Layer-Erkennung kann nutzbare Größen durch Probes ermitteln, ohne allein auf ICMP zu vertrauen.
MSS-Anpassung kann TCP bei manchen Tunneln helfen. Sie repariert weder übergroßen UDP-Verkehr noch jedes Pfadproblem. Untersuche Grenzen und Zusatzheader, statt pauschal jede MTU zu senken.
Ein kleines Beispiel
Optional: Führe die lesenden Befehle in einem Linux-Terminal aus. Eine vorhandene SSH-Verbindung kann ein untersuchbares TCP-Socket liefern.
ip link show
ss -tin state established
Vergleiche mtu mit den Schnittstellennamen. Eine große Loopback-MTU beschreibt lokale Konfiguration, nicht die Fähigkeiten des externen Netzwerks.
Suche in TCP-Details nach pmtu, mss oder advmss, soweit vorhanden. Das sind Größen in Bytes. rtt ist Zeit, cwnd wird in Segmenten ausgedrückt. Verbindungen können unterschiedliche Werte haben.
Eine leere Liste oder fehlende Felder sind gültig. Das Beispiel ändert keine MTU, sendet keine großen Pakete und demonstriert keinen Fehler. Aufräumen ist nicht erforderlich.
Merke dir: MTU beschreibt das IP-Paket, MSS die TCP-Daten. Pfad und Kapselung bestimmen, was hineinpasst.